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Das Holz trieb ganz offensichtlich schon viel zu lange in dem engen
Kanal umher, es war dort gefangen und konnte sich nicht selbst befreien,
doch es hatte gelernt sich zu begnügen, sich mit den Wellen treiben zu
lassen, die so unscheinbar durch den Kanal zogen und auf ihre Art an ein
Leben und den Geist erinnerten, der diesen Kanal einst durchzog, zum
Mittelpunkt machte und nicht nur dem Holz die Kraft zum Leben gab. Doch
das war viele Jahre her und heute war dem Holz die Veränderung und die
Zersetzung schon deutlich anzusehen. Sicher, draußen im Fluss wäre es
weiter getrieben, hätte wohl ein Ufer gefunden, an das es gespült worden
wäre. Es hätte ein Zuhause gefunden und wäre so ein Teil der Landschaft
geworden.
So träumte das Holz und es erinnerte sich an die Zeit, als es noch ein
Baum war, wilde Triebe gebar, nach der Sonne strebte und mit den Vögeln
des Himmels spielte. Doch diese Zeiten waren nun endgültig vorbei und
seine Gedanken glichen sich widerwillig dem Rhythmus der Wellen an, die
leblos durch diesen grauen und dunklen Kanal zogen. Einzig noch die im
Tiefen schlafende Seele gab dem Holz die Kraft zu träumen und den Mut,
an ein Leben zu glauben. Aber auch dieser Teil schien langsam zu
verstummen und endgültig in den Wellen aufzugehen.
Da erkannte das Holz, dass es im Sterben lag und freute sich darauf,
bald wieder eins zu sein mit der Natur und für immer zu leben. |